Was mache ich mit Schuldgefühlen?
Je mehr wir vor Scham und Schuld weglaufen, desto mehr verfolgen sie uns, wie ein Schatten. Adrian sagt: Bleib stehen und lass das Gefühl da sein, ohne es zu bewerten. Wie ein Zug, der durch einen Bahnhof fährt, kommt es und fährt weiter.
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Wenn heute ein schweres Gefühl kommt, sag innerlich: Du darfst da sein. Wie stark ist es von 1 bis 10, jetzt und zehn Minuten später?
Und dann: zu anderen
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Ich gebe euch jetzt das Beispiel am Stift. Wie kann ich diesen Stift loslassen? Lass ihn los. Ich habe losgelassen. Ich habe aufgehört festzuhalten. Das ist das Prinzip. Und wie kann man sich davon lösen? Naja, indem man sich nicht mehr bindet. Wie kann ich mich von meiner Vergangenheit lösen, indem ich mich nicht mehr an meine Vergangenheit binde? Wie kann ich mich von einem Menschen lösen, indem ich mich nicht mehr an diesen Menschen binde? Nicht mehr festhalten. Keinen Widerstand leisten. Wenn ich jetzt mit jemandem fangen spiele, ich renne immer weg, ich sage sogar, das ist mein Schatten. Ich laufe immer vor dem Schatten weg. Naja, der Schatten wird mich immer weiter verfolgen. Also habe ich nur eine Option. Und das ganze Spiel geht immer so, immer hin und her, immer Verfolgungsjagd. So, was soll ich machen, wenn ich meinen Schatten annehmen möchte? Bleib stehen. Dann kann der Schatten kommen. Keinen Widerstand leisten gegen diese negativen Gefühle. Diese negativen Gefühle, diese Schamgefühle, diese Schuldgefühle. Nicht mehr wegschieben, nicht mehr verurteilen, nicht mehr bewerten, sondern einfach annehmen. Das ist dieses, ich akzeptiere das Gefühl, ich akzeptiere, dass es gerade da ist. Es darf da sein, es darf angenommen werden, es darf angeschaut werden. Kein Urteilen, kein Gut, kein Schlecht, kein Ah, das soll nicht sein, Ah, dies, das und dann sich noch mehr reinsteigern, noch mehr Raum geben, sondern einfach nur anschauen, einfach nur zulassen. Einfach nichts, einfach nur beobachten, wie ein Gefühl hochkommt und es passieren darf. Wie ein Zug, der durch einen Bahnhof fährt. Er passiert einfach den Bahnhof. Er hält an und er fährt dann weiter. Genauso geht ihr mit Emotionen und Gedanken um.
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Wenn es dir gerade sehr schlecht geht: Rund um die Uhr, kostenlos und anonym hilft in Deutschland die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111, in Österreich die TelefonSeelsorge unter 142 und in der Schweiz die Dargebotene Hand unter 143. In akuter Gefahr: 112.

