Warum bleibe ich bei Menschen, die mir nicht guttun?
Viele bleiben, weil sie Angst haben, sonst ganz allein zu sein. Adrian erklärt, woher dieser alte Instinkt kommt. Allein sein ist in Ordnung. Aber niemand muss ohne Menschen bleiben, denen er sich anvertrauen kann.
Probier es aus
Wie gut tut dir dein Umfeld gerade, von 1 bis 10? Schreib einen Menschen auf, bei dem die Zahl höher ist.
Und dann: zu anderen
Mittwochabend „Neu anfangen“
Am Mittwochabend triffst du Menschen, bei denen auch gerade vieles neu ist.
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Der Grund, warum viele sich aus ihrem sozialen Umfeld nicht trennen, ist das Gefühl, okay, ich habe nur noch diese zwei, drei Leute, danach bin ich alleine. So, wenn ich die auch noch verwerfe, bin ich komplett einsam und diese Einsamkeit ist ein Urinstinkt, weil wir das nicht wollen. Kein Mensch ist gern einsam. Allein sein ist in Ordnung. Ich bin auch viel allein durch meine Arbeit, dies und das, Nachtschichten. Ich habe trotzdem ein soziales Umfeld, das ist für mich in Ordnung. Aber niemand ist gezwungen, auf sich allein gestellt zu sein und keine Freunde zu haben, keine Familie, niemanden, dem man sich anvertrauen kann, der einen liebt, der einen annimmt. Das Gefühl von zu Hause. Instinktiv ist es so, okay, wir werden aus unserer Gruppe verscheucht oder rausgeworfen, wir sind alleine, wir sterben. Früher war das so, da hat man gehandelt, da hat man Essen getauscht, Kleidung getauscht und so weiter. Das war eine andere Zeit. Steckt aber immer noch drin. Und viele lösen sich nicht wegen diesem Instinkt. Die wüssten mit sich allein nichts anzufangen. Und deswegen gehen sie lieber auf die Ebene der anderen, damit sie dazugehören, damit sie nicht verstoßen werden. Das ist der Mechanismus dahinter.
Als Nächstes
- Wie viele Freunde braucht man wirklich?1:14Freundschaft
- Was tun, wenn mir alles zu viel ist?1:59Alles zu viel
- Wie wird mein Kopf endlich still?2:17Alles zu viel
Wenn es dir gerade sehr schlecht geht: Rund um die Uhr, kostenlos und anonym hilft in Deutschland die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111, in Österreich die TelefonSeelsorge unter 142 und in der Schweiz die Dargebotene Hand unter 143. In akuter Gefahr: 112.

